








Natur, Netzwerk und neue Perspektiven: Fünf Tage Erasmus+ in Lidköping, Schweden
Was verbindet eine Schule in Deutschland mit einer in Schweden? Manchmal ist es ein zufälliger Kontakt bei einer Fortbildung. Genau das war der Ausgangspunkt für unser Erasmus+-Jobshadowing an der Broholmskolan in Lidköping.
Den ersten Kontakt knüpften wir bei einer Erasmus+-Fortbildung zum Thema künstliche Intelligenz in Split, Kroatien. Was dort als fachlicher Austausch begann, mündete in eine einwöchige Hospitation, bei der wir zu dritt (Anna Koch, Nina Klapper und Andreas Conrad), den schwedischen Schulalltag von innen erleben konnten.
Ein zentraler Beobachtungsschwerpunkt war der Einsatz digitaler Medien, insbesondere im Fremdsprachenunterricht. An der Broholmskolan ist der kompetente, selbstverständliche Umgang mit digitalen Werkzeugen fester Bestandteil des Unterrichtsalltags – und zwar nicht als Selbstzweck, sondern als dienliches Mittel für kommunikative und kreative Lernprozesse. Der Einsatz digitaler Medien in Schweden wurde dabei in den vergangenen Jahren wieder verringert, dafür gezielter und bewusster eingesetzt.
Eines der eindrücklichsten Erlebnisse unserer Hospitation war das Outdoor-Learning-Programm der Schule. Fächerübergreifend findet ein Teil des Unterrichts bewusst draußen statt – nicht als gelegentliche Abwechslung, sondern als strukturiertes pädagogisches und kooperatives Konzept.
Diese Erkenntnis klingt einfach, hat aber eine tiefe pädagogische Dimension: Kinder lernen unterschiedlich. Wer Zahlen im Wald begreift, wer Sprache durch Bewegung erfährt, wer Zusammenhänge nicht nur hört, sondern riecht und fühlt, der vertieft das Gelernte oft nachhaltiger.
Vielleicht die subtilste Beobachtung betrifft das Miteinander. Zwischen den Schülerinnen und Schülern untereinander, aber auch zwischen Lernenden und Lehrenden. An der Broholmskolan wird dieses Miteinander durch kluge Gestaltung der Lernumgebung aktiv begünstigt.
- Kleine Lerngruppen: Überschaubare Gruppengrößen fördern echte Kommunikation und individuelle Aufmerksamkeit.
- Offene Lernformen: Selbstbestimmtes Arbeiten und flexible Raumnutzung stärken Eigenverantwortung.
- Gemütliche Rückzugsorte: Ein Schulcafé, Lese- und Spielecken und ruhige Nischen bieten Raum zum Erholen und Konzentrieren.
- Bewegtes Lernen: Nicht nur draußen – auch im Unterrichtsraum und auf dem Schulhof ist Bewegung eingeplant.
Wir kommen zurück mit konkreten Ideen für den Unterricht, neuen Netzwerkpartnern für zukünftige Erasmus+-Projekte und einer tiefen Überzeugung: Gute Schule entsteht dort, wo Menschen bereit sind, voneinander und miteinander zu lernen.
Dieser Besuch fand im Rahmen des Erasmus+-Programms der Europäischen Union statt. Wir danken dem Kollegium der Broholmskolan herzlich für die herzliche Aufnahme und die offene, inspirierende Zusammenarbeit.
Von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen des Autors bzw. der Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der Nationalen Agentur wider. Weder die Europäische Union noch die Nationale Agentur können dafür verantwortlich gemacht werden.
