Jobshadowing in Finnland

Im Rahmen des europäischen Bildungsprogramms Erasmus+ hatten drei Lehrerinnen der IGS Emmelshausen im Februar die Gelegenheit, an einem einwöchigen Jobshadowing an einer Upper Secondary School in Espoo, Finnland teilzunehmen. Stellvertretend für die Schulformen Gymnasium und Realschule plus reisten Frau Meißner, Frau Gras und Frau Annemeier vom 8. bis 14.2. in den hohen Norden, um im Unterricht zu hospitieren, neue Kontakte zu knüpfen und Impulse für die eigene Schulentwicklung zu gewinnen.

Der Kontakt zur finnischen Schule JYLLA, Espoonlahden lukio, die 20 Minuten von Helsinki entfernt liegt, war im vergangenen Jahr im Rahmen einer Erasmus+ Fortbildung zum Thema „AI im Unterricht“ entstanden.

Während der Hospitationen erhielten die deutschen Lehrerinnen spannende Einblicke in den finnischen Schulalltag. Besonders aufmerksam beobachtet wurden dabei drei zentrale Aspekte: der Einsatz digitaler Medien im Unterricht, Strategien zur Differenzierung sowie Maßnahmen zur Lehrergesundheit.

Im Bereich der Medienarbeit fiel die selbstverständliche Integration digitaler Werkzeuge, wie zum Beispiel die den Schülern durch die Schule zur Verfügung gestellten Laptops in allen Fächern und selbst im Rahmen der Prüfungen, auf. Gleichzeitig wurde im direkten Vergleich deutlich, wie gut auch die IGS Emmelshausen im Bereich der digitalen Medien aufgestellt ist und moderne Unterrichtsformen erfolgreich umsetzt.

Besonders erfreulich war die Erkenntnis, dass die IGS auch im Bereich der Differenzierung keineswegs zurücksteht. Durch binnendifferenzierte Aufgabenformate, Lernpläne, Wahlmöglichkeiten auf unterschiedlichen Anforderungsniveaus sowie gezielte Förderangebote, wird in Emmelshausen sehr individuell auf die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler eingegangen. Auch kooperative Lernformen und projektorientiertes Arbeiten sind bereits fest etabliert. Der internationale Vergleich gab daher nicht nur neue Impulse, sondern auch eine wertvolle Bestätigung der täglichen Arbeit an der IGS.

Besonders beeindruckte der Stellenwert der Lehrergesundheit. Dieser zeigt sich in Finnland ganz konkret in der räumlichen und organisatorischen Ausstattung der Schulen. Lehrkräfte verfügen in ihren diversen Teamräumen nicht nur über einen eigenen Arbeitsplatz mit Schreibtisch und Schränken für die jeweiligen Unterrichtsmaterialien, sondern auch höhenverstellbare Schreibtische, ergonomische Sitzgelegenheiten und selbst Laufbänder an Stehtischen stehen zur Verfügung. Zudem gibt es eine Vielzahl an gut ausgestatteten Besprechungs- und Gemeinschaftsräumen.

Neben der Unterrichtsbeobachtung entstanden konkrete Projekte für die Zukunft: Im Englischunterricht sind für die 7. und 8. Klassen Brieffreundschaften geplant, während die 10. Klassen gemeinsame Videoprojekte mit ihren finnischen Partnern durchführen wollen. Die IGS freut sich außerdem darauf, die finnischen Kolleginnen und Kollegen in naher Zukunft zum Gegenbesuch begrüßen zu dürfen, um sich für die freundliche Aufnahme, die Gastfreundschaft und den  persönlichen Austausch in Espoo zu bedanken.

Das Fazit nach dieser intensiven Woche fällt durchweg positiv aus: Der Blick über den eigenen Tellerrand bestätigt, dass wir in Deutschland vieles bereits sehr gut machen – eröffnet aber zugleich neue Perspektiven. Internationale Begegnungen wie diese bereichern nicht nur den Unterricht, sondern stärken auch das europäische Miteinander.

 

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